Vitalzeichen im Blick behalten
Verfasst von Judith Ebel
Vitalzeichen sind die Grundlage jeder pflegerischen und medizinischen Versorgung. Sie geben Auskunft über den aktuellen Gesundheitszustand, helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und unterstützen dabei, Komplikationen zu erkennen.
In diesem Beitrag:
• Warum Vitalzeichen so wichtig sind
• Die fünf wichtigsten Vitalzeichen im Überblick
• Mehr als nur Zahlen – was Abweichungen bedeuten
• Praktische Tipps für den Pflegealltag
Warum Vitalzeichen so wichtig sind
Vitalzeichen sind die grundlegenden Messgrößen, die Auskunft über den Gesundheitszustand eines Menschen geben. Sie zeigen an, ob lebenswichtige Körperfunktionen stabil sind oder ob sich Veränderungen anbahnen. Für pflegende Angehörige und Fachpersonen sind sie daher ein zentrales Instrument, um frühzeitig Auffälligkeiten zu erkennen und rechtzeitig reagieren zu können.
Die fünf wichtigsten Vitalzeichen im Überblick
- Körperkerntemperatur
Die Körperkerntemperatur zeigt an, ob der Wärmehaushalt im Gleichgewicht ist. Fieber kann auf Infektionen hindeuten, eine Hypothermie auf Kreislaufprobleme oder Unterkühlung. Die Normalwerte der Körperkerntemperatur liegen zwischen 36,5 und 37,4 °C. Ein Fieberthermometer gehört daher zur Grundausstattung im Pflegealltag. - Puls
Der Puls gibt Auskunft über die Anzahl der Herzschläge, die Pulsqualität und den Rhythmus des Herzschlags. Ein normaler Ruhepuls bei Erwachsenen liegt zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute. Auffälligkeiten, wie ein sehr schneller oder unregelmäßiger Puls, sollten ärztlich abgeklärt werden. Angehörige können den Puls mit dem eigenen Zeigefinger am Handgelenk bzw. an der Halsschlagader ertasten oder mit einem Pulsoximeter am Finger messen. - Blutdruck
Mit Blutdruck meint man den Druck, der in den Arterien und Venen herrscht. Normwerte liegen bei Erwachsenen bei etwa 120/80 mmHg. Erhöhte Werte können langfristig Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen, niedrige Werte Schwindel oder Schwäche auslösen. Ein einfaches digitales Messgerät erleichtert die regelmäßige Kontrolle zu Hause. - Atmung
Die Atmung zeigt, wie stark der Körper daran arbeitet, das Blut mit Sauerstoff zu versorgen. Die normale Atemfrequenz bei Erwachsenen beträgt 12–18 Atemzüge pro Minute. Auffälligkeiten sind eine sehr schnelle, flache oder erschwerte Atmung. Besonders bei Lungenerkrankungen ist eine genaue Beobachtung wichtig, um Veränderungen zu erkennen. - Bewusstsein
Das Bewusstsein ist der Zustand, in dem uns Erlebnisse und die eigene Person gegenwärtig sind. Wenn es zu Bewusstseinsstörungen kommt, sind die Reizaufnahme und Steuerungsfunktionen des zentralen Nervensystems reduziert. Plötzliche Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder Bewusstlosigkeit sind ernstzunehmende Warnzeichen und können auf eine lebensbedrohliche Situation hinweisen. Angehörige sollten solche Veränderungen sofort ernst nehmen und Hilfe holen.
Mehr als nur Zahlen – was Abweichungen bedeuten
Die Beobachtung und Messung von Vitalzeichen ist nicht nur eine Formalität, sondern hat direkte Konsequenzen für die Versorgung. Abweichungen von den Normalwerten können Anzeichen für akute Erkrankungen oder Folge einer chronischen Veränderung sein. In vielen Fällen helfen sie, die Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu verlangsamen und der Erkrankung entgegenzuwirken, indem rechtzeitig gehandelt werden kann.
Praktische Tipps für den Pflegealltag
Für Angehörige und Pflegefachpersonen gilt: Vitalzeichen lassen sich mit einfachen Hilfsmitteln wie Fieberthermometer, Blutdruckmessgerät oder Pulsoximeter gut erfassen. Wichtig ist:
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Regelmäßigkeit: Beobachtungen in festen Abständen durchführen.
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Dokumentation: Werte schriftlich festhalten, damit Entwicklungen sichtbar werden.
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Grenzen kennen: Bei auffälligen Abweichungen sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden.
Mit der Erfassung von Vitalzeichen können auch Personen ohne pflegerische Ausbildung einen wichtigen Beitrag leisten und Ärzte oder Pflegefachpersonen unterstützen. Nicht immer ist die Erfassung von Vitalzeichen einfach. Menschen mit Demenz, motorischen Einschränkungen oder Unruhe können herausforderndes Verhalten bei der Messung von Vitalzeichen zeigen. Hier helfen Geduld, klare Rituale und eine einfühlsame Herangehensweise. Eine Erklärung, welche Handlung als Nächstes folgt, und die Einbeziehung der Person in das aktuelle Handeln, können dazu beitragen, dass die Erfassung der Vitalzeichen keine große Herausforderung mehr darstellt.
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Die regelmäßige Prüfung der Vitalwerte und die Dokumentation können helfen, Entwicklungen besser aufzuzeigen und zu verstehen.
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Fazit: Sicherheit durch Wissen und Beobachtung
Vitalzeichen sind kleine Werte mit großer Wirkung. Sie ermöglichen es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und so die Gesundheit und Sicherheit pflegebedürftiger Menschen zu schützen. Pflegende Angehörige wie auch Fachpersonen können durch Beobachtung, Dokumentation und rechtzeitiges Handeln entscheidend dazu beitragen, Komplikationen zu verhindern und Lebensqualität zu sichern. Umso wichtiger ist es, dass alle beteiligten Personen – Angehörige, Pflegefachpersonen und Fachpersonal – über fundiertes Wissen und geeignete Strategien zur Beobachtung und Bewertung der Vitalzeichen verfügen.
Die Mitarbeitenden von SCHÖNES LEBEN werden daher kontinuierlich mit der digitalen Lernwelt SuperNurse geschult. Diese stellt sicher, dass aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und praxisrelevante Inhalte zum Thema Vitalzeichen in der Pflege leicht verständlich vermittelt und regelmäßig aufgefrischt werden. So wird eine qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Unterstützung in der alltäglichen Pflege gewährleistet.





